Ja, wir haben richtig abgerockt. Unsere Eltern unterstützten uns mit Trommeln und Fanfaren und wir gaben alles, was irgendwie möglich war.

Dabei vergassen wir nicht, dass wir bei dem Berlin-Brandenburg-Pokal nur Außenseiter waren. Weil wir die Jüngsten waren, die mitspielten.
War uns aber egal! Wir wollten, dass unsere Gegner kapierten, dass sie hart dafür kämpfen müssen, wenn sie uns besiegen wollen. Und meistens gelang uns das auch ganz gut.
Zum Beispiel im ersten Spiel. Wir hauten raus, was wir hatten. Wollten alles möglich machen. Gegen uns zu gewinnen, sollte so schwer wie möglich werden. Das spürten zuerst die Mädchen von Pro Sport 24. Klar, sie führten immer, aber auf die Schlachtbank führten sie uns nicht. Wir wollten nicht aufgeben, nicht untergehen. Nur wenn die Gegnerinnen älter sind, sind sie meist auch größer. Und ich glaube, nur deswegen haben die am Ende mit 9:6 gegen uns gewonnen.

Die Pauken und Trompeten auf der Tribüne motivierten uns total. Manchmal konnte man das Gefühl bekommen, wir tanzten über das Spielfeld. Es hat riesigen Spaß gemacht.

Im zweiten Spiel trafen wir auf die Mädchen vom HSV Frankfurt/ Oder. Die kannten wir ja noch von dem «Rugby»-Turnier vom Januar in Frankfurt. Ja, wir kämpften wieder, vor allem für jeden von uns. Passierte einer von uns ein Fehler, wenn sie zum Beispiel den Ball nicht fing, dann rannten wir hinterher und wollten ihn wiederhaben. Die Mädchen aus Frankfurt sollten nicht mehr vergessen, wie unser Schweiß riecht. Weil wir oft so nah an ihnen dran standen, wie es sonst bestimmt nur ihre Mamas machen, wenn sie von denen in den Arm genommen werden. Und wir haben es tatsächlich geschafft. Wir gewannen unser zweites Spiel mit 9:7.
Dann zogen wir in die obere Halle der Sporthalle in der Palisadenstraße.
Naja, klar verloren wir dort die beiden nächsten Spiele. Erst gegen Pfeffersport und dann, ziemlich deutlich, gegen den Neuenhagener HC.
Ja, und ich muss zugeben, dass so manche bei uns mit hängendem Kopf das Spielfeld verließ. Manche von uns waren wütend, weil wir gegen so große Mädchen kaum wussten, was wir machen sollten. Taten die zwei Schritte, mussten wir 5 laufen, weswegen die auch schneller waren, als wir. Logisch. Aber, und das hat einige von uns geärgert, die waren älter, größer, schneller, aber nicht besser. Wären wir so alt gewesen wie die, die wären weinend vom Spielfeld gerannt, weil sie keine Chance gegen uns gehabt hätten.
Unsere Wut und unseren Ärger bekamen dann die Mädchen vom OSF zu spüren. Sorry dafür, aber wir mussten einfach Dampf ablassen. Wir spielten die in blau-gekleideten Mädchen regelrecht an die Wand. Nein, wir überrannten sie eigentlich. Also ein bisschen. Zumindest gewannen wir deutlich. Und damit wussten wir, dass wir den 8.Platz im Turnier schon sicher hatten!
Als jüngste Mannschaft!
Ja, da konnten wir schon stolz sein.
Aber satt waren wir noch nicht!
Es gab noch ein Spiel gegen Rudow. Der Sieger bekommt den 7.Platz, der Verlierer den 8.Platz. Und Rudow gewann in ihrer Gruppe immerhin gegen Eintracht Berlin und Templin.
Aber wir wollten jetzt auf jeden Fall den 7.Platz erreichen.
Unsere Torhüterin schien acht Beine und sechs Arme zu haben. Toll, was die hielt. Und auch sonst spielten wir uns beinahe in einen Rausch. Klar erreichten wir am Ende unser Ziel. Und darauf konnten wir stolz sein. Und das sind wir auch.

Nächsten Samstag spielen wir dann in Marzahn. Beim Oster-Cup. Den rocken wir dann auch.

T.S.