Am letzten Samstag waren wir zu Gast in Marzahn. In der Sporthalle vom Wilhelm-Siemens-Gymnasium fand der Ostercup statt. Wir traten mit zwei Mannschaften an. Somit waren wir in beiden Turniergruppen vertreten.
Das Besondere an dem Turnier war, dass die erste Halbzeit mit einem Softball gespielt wurde. Mit dem fiel natürlich das Dribbeln viel schwerer. Nein, eigentlich fiel es gar nicht schwerer. Das Dribbeln war in der 1. Halbzeit gar nicht möglich. Man musste immer wieder abspielen, sich dadurch noch mehr bewegen.
Und es gab keine offiziellen Platzierungen. Was eigentlich komisch ist, denn nach der Vorrunde spielten die Platzierungen ja doch eine Rolle, als die Gruppenbesten und Zweitbesten gegen die Gruppenbesten und Zweitbesten aus der anderen Gruppe spielten. Die Mannschaften auf dem 3. und 4. Platz taten das Gleiche. Aber dazu später mehr.

Nachdem die zweite Mannschaft in der Gruppe A ihr erstes Spiel gegen Frankfurt/ Oder verlor, tat es ihr die erste Mannschaft gegen den TSC nach. Die Ergebnisse spielen ja nicht immer so eine große Rolle, aber die 1. Mannschaft verlor so hoch, dass sie für diesen Tag genug verlor.

Um das schon mal vorher zu verraten.

Und manche von uns fragten sich, was die Mädchen vom TSC bei diesem Turnier überhaupt wollten. Die meisten von denen sind schon so alt, die dürfen im nächsten Jahr gar nicht mehr in der E-Jugend spielen. Was bei uns ja anders ist.

Im zweiten Spiel schafften wir es schließlich, den Bann zu brechen. Zwar verlor die 2. Mannschaft in der Gruppe A auch gegen Ahrensdorf/ Schenkenhorst, aber in der Gruppe B schaffte die erste Mannschaft endlich den ersten Sieg. Sie spielte 15:9 gegen Fredersdorf/ Vogelsdorf.

Unsere 2. Mannschaft landete schließlich auf dem 4.Platz in ihrer Gruppe. Sie haben ihr drittes Gruppenspiel nämlich auch noch verloren.
Dafür landete die 1. Mannschaft auf dem zweiten Platz. Nach einem 13:4 gegen Eintracht Berlin. Dadurch spielte die 1. Mannschaft um die Plätze 1-4, die Zweite um die Plätze 5-8. Das ist das, was ich ja schon mal erwähnte.

Ich verrate auch schon mal, dass unsere 2. Mannschaft am Ende des Turniers eigentlich den 7. Platz belegte. Wenn es denn Platzierungen gegeben hätte.
Aber den Mädchen der ersten Mannschaft war klar, sie haben schon mindestens den 4. Platz sicher. Alles andere ist dann ein Bonbon, wie es die Erwachsenen gerne sagen.
Und während sie den lutschten, merkten sie, dass noch mehr drin war.
Für sie! Sie waren schließlich mit die Jüngsten in dem Turnier.

Sie spielten zuerst gegen Frankfurt/ Oder. Und es war wirklich knapp. Die Mädchen vom Rande Polens spielten toll und forderten ihnen fast alles ab. Doch die Mädchen wuchsen über sich hinaus. Bis zur Hallendecke. Und was sie von Frankfurt/ Oder forderten, konnten die ihnen nicht geben. Ja, die erste Mannschaft kämpfte Frankfurt nieder. Sie liefen heiß. Kein Pizzaofen der Welt konnte mehr mit ihnen mithalten. Die Anweisungen des Trainers kamen an, wurden wie automatisch umgesetzt. Irgendwann ging Frankfurt/ Oder in Führung. Und wenn jemand dachte, das war es jetzt, dann dachte der Rest Jetzt erst recht! Mit der Schlusssirene gewann man 9:7. Und den indirekten 3. Platz hatten sie sicher.

Als Letztes spielte die 1. Mannschaft dann gegen die Mädchen aus Ahrensdorf/ Schenkenhorst.
Und wenn du kein Pech hast, kommt auch noch das Glück dazu. Eigentlich geht das Sprichwort ja andersrum, aber so passt es besser. Denn sie hatten schon Glück, dass viele Zuspiele beim Gegner nicht ankamen. Vor allem nicht in der 1. Halbzeit. Mit diesem Ball, der sich nicht dribbeln lässt. Wenn ich ehrlich bin, haben die Mädchen deswegen auch mit etwas Glück 5:4 zur Halbzeit geführt. Aber wen interessiert das schon? Die Leistung war ja trotzdem stark.
Und die Dramatik war wie mein Papa. Sie nahm immer mehr zu. Die Führung wechselte so häufig, irgendwann sah man gar nicht mehr durch. Nicht einmal die Anzeigetafel. Ein Tor verschluckte sie am Ende von uns. Aber egal! Unsere Erste gewann mit 12:11. Also eigentlich 13:11.
Und damit wurden wir eigentlich Zweiter.
Wenn es denn Platzierungen gegeben hätte. Da es die ja offiziell nicht gab, wurde der TSC mit seiner «Rentnergang» auch nicht Erster.
Aber die Platzierungen spielen wirklich oft keine so große Rolle.
Es macht einfach Spaß, um Siege zu kämpfen, alles zu geben. Ich glaube, sonst kann man am Ende gar nicht richtig stolz sein. Ich feiere mich ja auch nicht selbst, wenn ich auf der X-Box im Amateurmodus jeden Gegner an die Wand spiele. Finde ich irgendwie langweilig.
Am 1. Mal spielen wir übrigens in Leipzig. Die Vorfreude darauf steigt von Tag zu Tag.

T.S.