Immerhin war es schon hell, als wir uns um 06.30 Uhr trafen, um nach Leipzig zu fahren.

Und niemand von uns wirkte müde. Dafür waren wir viel zu aufgeregt. Ja, es kribbelte richtig im Bauch. So, als hätte jemand heimlich ganz viel Brausepulver ins Frühstücksmüsli gemischt.
Um kurz vor 9 trudelten wir dann alle so langsam an der Sporthalle vom HC Leipzig ein. Um 10.00 Uhr sollten wir unser erstes Spiel haben. Gegen Makranstädt. Das Besondere an dem Turnier war, dass jede Halbzeit 15 Minuten ging. Das war schon echt lange. Aber das musste so sein, schließlich stehen ja bald die Qualispiele für die nächste Saison an. Und da wollen wir zeigen, was wir drauf haben. Und es sähe bestimmt blöde aus, wenn man nach 10 Minuten wie ein hechelnder Hund über das Spielfeld kriecht, weil man keine Ausdauer hat.
Und besonders war an dem Tag auch, dass wir ein Geburtstagskind hatten. Nämlich unseren Trainer. Also eher einen Geburtstags-Erwachsenen.

Und dann kam es leider doch raus. Wir müssen irgendwie doch noch müde gewesen sein. Wir verschliefen nämlich den Beginn von unserem ersten Spiel. Also wir standen schon auf dem Feld. Und wir rannten auch hin und her. Nur Handball gespielt haben eigentlich nur die Mädchen aus Makranstädt. Naja, und unsere Abwehr lag noch irgendwo im Kofferraum von irgendeinem Auto. Immerhin schafften wir es dann wenigstens, ein paar Tore zu werfen. Und so stand es zur Halbzeit nur 10:16.
Was unser Trainer uns dann in der Halbzeit sagte, bleibt mal mein Geheimnis. Aber es wirkte, denn jetzt versuchten wir, mitzuspielen. Wir warfen ein Tor nach dem Nächsten. Der Gegner aber leider auch. Trotzdem gaben wir nicht auf. Die Mädchen aus Makranstädt müssen aber beeindruckt gewesen sein, denn sie umarmten uns jetzt immer und hielten uns fest, manchmal schienen sie sogar unsere Trikots haben zu wollen. Leider tat das manchmal auch weh. Das sagten wir auch. Und vielleicht kriegen die Mädchen das ja bis zum nächsten Mal hin. Also das mit dem zärtlicheren Umarmen. Und ein Trikot können sie bestimmt auch von uns haben. Muss man uns also gar nicht halb ausziehen. Endstand war dann übrigens 17:23.

Im zweiten Spiel standen wir dem Gastgeber gegenüber. Den Mädchen vom HC Leipzig. Auch hier versuchten wir, mitzuhalten. Aber manchmal, nicht nur bei diesem Spiel, hatte man das Gefühl, das wir schon etwas mehr Einsatz hätten zeigen können. Das muss ich schon zugeben. Aber ich gebe auch zu, dass das schwer ist. Und es ärgert wirklich, wenn man ständig festgehalten wird. Manchmal hat man dann schon etwas Angst, dass es wieder wehtut. Aber das muss uns eigentlich egal sein. Wir dürfen uns halt einfach nichts gefallen lassen.
Ich muss auch zugeben, dass alle Gegnerinnen ansonsten wirklich gut spielen konnten. Vom Ziehen und Geschubse und Festhalten mal abgesehen.
Gegen Leipzig verloren wir dann 13:21.

Im letzten Spiel spielten wir noch gegen Dessau. Um Platz drei.
Naja, wir verloren wieder. Wenn auch etwas knapper. Mit 19:23. Ich selber fand aber, dass das unser schlechtestes Spiel war. Wir bewegten uns kaum noch, spielten den Ball statt zu einer Mit- oft zu einer Gegenspielerin. Und mal abgesehen, dass keiner von uns anfing zu gackern, rannten wir manchmal wie ein Hühnerhaufen über das Feld.
Aber genug gemeckert. Wir fuhren ja nicht nach Leipzig, um dort zu gewinnen. Wir wollten etwas lernen. Und das haben wir. Nicht nur bei unseren Spielen. Nein, am Nachmittag liefen wir noch gemeinsam mit den Spielerinnen von Leipzig und Mainz auf. Die spielten beide gegeneinander. Und wir schauten zu. Das war superspannend. Am Ende stand es 23:23.
Am Samstag spielen wir dann unser nächstes Vorbereitungsturnier. Dann fahren wir nicht ganz so weit. Wir spielen ab 10.00 Uhr in Altglienicke. Vielleicht können wir ja dann schon zeigen, was wir in Leipzig lernten.

 

T.S.