Das Spiel gegen Teltow-Ruhlsdorf war wirklich spannend. Am Ende fühlten wir uns, als hätten wir in letzter Minute irgendwo die Hausaufgaben abgeschrieben und dafür eine Eins bekommen. Unsere Freude war so groß wie der Fernsehturm. Teltow verlor gegen uns mit 9:10. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. Unsere erste Mannschaft erreichte tatsächlich das Halbfinale. Irre toll! Hammermäßig!
Zwei Mannschaften von uns waren nun also unter den letzten Vier. Und kurz darauf stand dann auch fest, dass wir im Halbfinale nicht gegeneinander spielen mussten. Stattdessen ging es gegen den anderen Verein aus Berlin. Gegen die, die ihre Gegnerinnen in der Vorrunde mit 27:2 oder 24:3 richtig platt machten. Ja, und dann sind wir ja eigentlich wieder bei »Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.« Vielleicht hatten wir schon ein wenig Bammel, auch so unterzugehen. Respekt hatten wir jedenfalls nicht. Denn in einem Verein, wo acht oder sieben Mädchen spielen und sechs eigentlich immer nur auf der Bank sitzen müssen, möchte keiner von uns spielen. Warum ich das schreibe, sage ich gleich.
Wir hätten uns die Ergebnisse von denen vorher nicht anschauen sollen. Wir waren schon echt aufgeregt. Und deshalb fanden wir erstmal kaum ins Spiel. Wir mussten einige Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen, ohne dass wir eine Antwort fanden. Aber mit jedem Tor, was wir bekamen, wuchs auch die Wut in uns. Ja, aus Angst wurde Wut. Und die ließen wir raus. Und endlich konnten wir auch ein paar Tore erzielen. Geführt hat der andere Verein trotzdem noch. Zumindest so hoch, dass der Trainer von denen wohl ein Einsehen hatte und jetzt auch mal die Mädchen spielen durften, deren Popo sonst nur die Ersatzbank wärmt. Und das merkte man. Die haben nichts mehr auf die Reihe bekommen. Und wir waren dem Ausgleich fast nahe. Ich glaube, die hatten auf einmal richtig Schiss in der Buchse. Auch der Trainer von denen erinnerte mich eher an Rumpelstilzchen. Ich meine, was erwartet der denn von Mädchen, die sonst nie spielen dürfen?
Am Ende haben wir das Halbfinale mit 12:18 verloren. Aber in unseren Herzen waren wir die Sieger. Und ich kann beweisen, dass die sich in ihren Herzen wie Verlierer fühlten. Das Mädchen im Tor weinte sogar. Gegen keine andere Mannschaft kassierte die im Turnier so viele Treffer wie gegen uns. Und das Rumpelstilzchen an der Seitenlinie hab ich ja schon erwähnt.
Unser Grundschulteam gewann dann das zweite Halbfinale gegen Altlandsberg mit 17:7. Damit erreichten sie das Finale und spielten nun ebenfalls gegen das andere Team aus Berlin. Und unsere Erste spielte also gegen Altlandsberg um Platz 3.
Aber erstmal ging es für die Mädchen aus der zweiten Mannschaft um Platz 9-11. Am Ende des Spiels fühlte sich so manche von uns regelrecht plattgewalzt, obwohl wir mit 5:7 eher knapp verloren haben.
Immer noch völlig erdrückt vom Spiel davor ging es kurz darauf, wie schon am Samstag, gegen Vorpommern Greifswald immerhin noch um Platz 10. Am Ende landete unsere Zweite schließlich auf dem elften Platz. Aber das, was die Mädchen beim Turnier lernten, kann ihnen niemand mehr nehmen.

Unsere Erste verlor anschließend ihr Spiel gegen Altlandsberg. Was aber nicht schlimm war. Der 4. Platz war ein riesiger Erfolg.

Im Finale spielte also unser Grundschulteam gegen den anderen Verein aus Berlin. Boah, sie warfen wirklich alles rein. Das war schon toller Handball, den unsere Mädchen da spielten. Das Spiel haben sie am Ende zwar verloren, aber mit einem 2. Platz ließ sich auch mit strahlenden Gesichtern die Heimreise nach Berlin antreten.

Jetzt genießen wir alle den Sommer, ehe es in der letzten Ferienwoche ins Trainingslager nach Sebnitz geht.