Wenn ich so an die Hinrunde zurückdenke, dann war das eine unserer besten Leistungen, die wir gestern zeigten. Und die war auch nötig. Das sagt ja schon das Endergebnis von 19:18 aus.

Ja, wir standen einem Gegner gegenüber, der sich für dieses Spiel einiges vornahm. Schließlich besiegten wir die Mädchen von Pfeffersport ja schon in der Hinrunde in der eigenen Halle. Man wollte scheinbar Revanche. Doch, wie so oft im Leben, man nimmt sich viel zu viel vor und scheitert dann an sich selbst. Aber vor allem scheiterte Pfeffersport an einem disziplinierten, aufmerksamen und kühnen Gegner. Ja, sie scheiterten an uns.
Was mussten sie sich doch alles vorgenommen haben. Sie boten sogar zwei Spielerinnen auf, die eigentlich zwei Klassen höher, in der Verbandsliga, spielen. Doch die brachen irgendwann in Tränen aus, weil wir wirklich gut verteidigten und dadurch immer mehr Salz in die Frustrationswunde streuten.
Normalerweise soll man in der D-Jugend ja in der 1. Halbzeit noch Manndeckung spielen, doch unsere Gegnerinnen schienen das allzu oft vergessen zu haben. Erst nach mehrmaliger Aufforderung gingen sie dann zur Manndeckung über, dadurch hatten wir dann manches Mal freie Bahn und bestraften dieses, ja, man muss es so sagen, nicht erlaubte Spiel. Auch da waren wir wirklich gut gestern. Wir haben die Fehler unserer Gegnerinnen ausgenutzt.
Nein, respektlos spielten wir nicht. Wir haben vor jedem Gegner Respekt. Na gut, vor fast jedem. Aber wir wirkten manchmal schon frech, wenn wir die Pässe der Prenzlberger einfach abfingen und direkt zum Gegenangriff starteten. Aber wir waren nicht frech, wir waren agiler.

Die zweite Halbzeit

Jetzt war natürlich Raumdeckung erlaubt. Aber unser Trainer sagt uns immer wieder, dass es die Vorgabe sei, diese Raumdeckung möglichst offensiv zu gestalten. Also, das hat sich jetzt nicht unser Trainer ausgesucht, das ist schon eine ganz offizielle Vorgabe. Aber auch daran hielten sich unsere Gegenspielerinnen so gut wie kaum. Aber wir ließen uns nicht ärgern, wir versuchten weiter, dem Spiel unseren Stempel aufzudrücken. Und auch in der zweiten Halbzeit gelang uns das manchmal ganz gut. Wenn uns nicht gerade die Nervosität einen Streich spielte.

Ich hätte es ziemlich unfair gefunden, wenn wir das Spiel am Ende noch verloren hätten. Immerhin führten wir das ganze Spiel über und wir zeigten auch den besseren Handball. Finde ich. Wir spielten mit mehr Einsatz, mit mehr Fairness und manchmal auch mit Pässen, da hätte die Nationalmannschaft noch richtig was lernen können von uns. Vielleicht hätten sie ja dann gar nicht so hoch gegen Spanien verloren.
Am Ende war es dann tatsächlich knapp, aber wir gaben den Ball einfach nicht mehr her. Wobei die Bemühungen von Pfeffersport, nochmal den Ball zu bekommen, da nichts mehr mit Pfeffer zu tun hatten. Da war nur noch heiße Luft. Der Pfefferstreuer war bis auf das letzte Korn geleert. So ließen wir die letzten Sekunden runterlaufen und entschieden das Spiel verdient für uns.

Was nehmen wir mit?

Nach dem Spiel wussten wir, was wir an diesem späten Samstagnachmittag geleistet haben. Wir konnten stolz auf uns sein. Auf das gesamte Team, aber auch jeder auf sich selbst. Was wir von dem Spiel mitnehmen? Hey, wir, die ja eigentlich noch in der E-Jugend spielen, können es mit D-Mädchen aus der Verbandsliga aufnehmen. Woaw!
Vielleicht sollten wir schauen, dass wir lernen, noch etwas ruhiger zu agieren, in stressigen Situationen nicht nervös werden. Aber man hat ja gesehen, das kann noch nicht einmal die Nationalmannschaft.

T.S.