Am Samstag gastierten wir also im Velodrom. Genauer in der Selenbinder-Halle.

Und die Mädchen aus der B-Staffel machten dabei den Anfang.

Und obwohl uns wahrlich nicht alles gelang, fuhren wir einen hohen Sieg nach dem Nächsten ein. Erst schlugen wir den Gastgeber mit 9:3, anschließend den SV Buckow mit 10:2, und zum Schluss besiegten wir den OSF mit 11:3 und Rudow mit 7:1. Wobei wir die letzten beiden Spiele teilweise sogar in Unterzahl spielten.
Aber wie gesagt, uns passierten auch viele Fehler, weshalb unser Trainer vor allem damit zu tun hatte, uns klar zu machen, dass wir gar nicht so gut spielten, wie es die Ergebnisse aussagten. Das war für alle irgendwie komisch.

 

Um 12.30 Uhr begann dann die Spielrunde für die 1. E-Jugend in der A-Staffel.

Und nein, wir waren nicht ersatzgeschwächt. Klar, es fehlten ein paar Mädchen, aber jeder ist ja irgendwie ersetzbar. Und das zeigte sich auch heute. Unsere Probleme lagen nämlich ganz woanders. Aber bevor ich unsere Schwächen von diesem Tag aufschreibe, will ich erstmal unsere größten Stärken erwähnen. Ein Mädchen, das krank war, kam trotzdem zum Turnier. Natürlich konnte sie nicht mitspielen, das hätte auch niemand gewollt. Aber sie war da. Sie unterstützte ihre Mannschaft und das tat so gut. Und eine zweite Stärke zeigte unser Trainer, als wir ein Tor warfen, was nicht hätte zählen dürfen, der Schiedsrichter es aber nicht sah. Und unser Trainer machte ihn dann darauf aufmerksam, dass das Tor eben nicht zählen durfte. Das ist wahre Fairness. Denn wenn man uns nicht auf unsere Fehler aufmerksam macht, können wir auch nicht an ihnen arbeiten. Und außerdem ist es wichtig, sich an Regeln zu halten. Regeln geben Orientierung. Handball ohne Regeln? Ohne mich!
Aber jetzt zu den Spielen!

Zuerst trafen wir auf den OSF. Und wir fanden irgendwie kaum ins Spiel. Wir taten uns wirklich schwer. Wir waren nicht immer konzentriert, weshalb uns viele kleine Fehler unterliefen. Und auch sonst waren die Züge, die im Minutentakt am Hallenfenster vorbeifuhren, irgendwie interessanter. Das sahen wohl auch manche Spielerinnen von uns.
Okay, wir steigerten uns ein wenig, aber es wäre trotzdem übertrieben zu sagen, wir hätten ins Spiel gefunden. Immerhin haben wir mit 6:4 gewonnen.

Im zweiten Spiel ging es dann gegen eine von zwei Mannschaften des Gastgebers und wir schafften es tatsächlich, unsere Leistung aus dem ersten Spiel zu steigern. Uns gelang es viel mehr, sich gegenseitig zu unterstützen. Und uns gelangen Dinge, die dem TSC nicht gelangen. Sozusagen hatten wir das Glück, was sie nicht hatten. Zum Beispiel ein Tor aus gut 11 Metern. Das versuchte der TSC dann auch, aber das gelang ihm nicht. So gewannen wir dieses Spiel mit 8:3 und standen direkt wieder dem TSC gegenüber.
Nur diesmal der anderen der zwei Mannschaften.
Es war unsere mit großem Abstand beste Leistung an diesem Tag.
Es war das einzige Spiel, das wir nicht gewinnen konnten. Und das lag nicht mal am Gegner. Also hauptsächlich nicht.
Uns gelangen in diesem Spiel wirklich einige tolle Aktionen und in keinem anderen Spiel zeigten wir mehr Einsatz. Doch wenn die Gegnerinnen den Ball ins Tor paddeln und dabei gefühlt fast im Tor stehen und der Schiedsrichter sowas nicht sieht, dann wurmt das schon. Unseren Trainer hat das auch gewurmt, weswegen er dann die gelbe Karte gezeigt bekam. Ich meine, der Schiedsrichter hat doch den Fehler gemacht und unser Trainer machte ihn darauf aufmerksam. Das wäre so ähnlich, als meine Mama das Auto gegen die Wand fährt und sich mein Papa darüber ärgert und sie ihn deswegen anranzt. Sie hat doch dann den Fehler begangen und er hat allen Grund, wütend zu sein.
Und so ging es weiter. Schrittfehler hier, festhalten da, Regelübertretung hier und da und niemand tat etwas dagegen.
Unser Trainer Bernd Seliger nimmt uns manchmal zur Seite oder macht uns anderweitig auf Dinge aufmerksam, die wir verbessern müssen. Aber da passierte gar nichts. Und wer was sagte, bekam eben die gelbe Karte. Ich fand das ziemlich schwach. Vom Schiedsrichter, aber auch von den gegnerischen Trainern. Ja, wollen die denn nicht, dass sich ihre Spielerinnen verbessern?
Naja, am Ende hatten beide Mannschaften 7 Tore, wobei, … ach, es hat ja doch keinen Sinn.

Zum Schluss spielten wir noch gegen Rudow und dieses Spiel gewannen wir. Aber keine Ahnung wie. Wir wirkten lustlos, irgendwie unmotiviert. Aber war das denn ein Wunder? Klar, wir wollten gewinnen, aber die Lust auf Handball hat man in diesem Spiel nur bei den Mädchen aus Rudow erkannt.
Naja, Kopf hoch! Wir müssen lernen, die Fehler der anderen für uns zu nutzen. Sollen die doch Schrittfehler machen, meinetwegen können die das nächste Mal mit dem Ball in der Hand über die ganze Platte laufen und den Ball aus 3 Metern ins Tor paddeln. Für uns kann nur unsere eigene Leistung zählen. Dann müssen wir eben einfach mehr Tore machen, noch mehr Energie ins Spiel bringen und uns niemals die Freude am Handball nehmen lassen. Vor allem nicht von Leuten, die scheinbar weniger Ahnung vom Handball haben als eine Nacktschnecke.