Morgens um 10.00 Uhr in Neukölln. Nichts Aufregendes. Eigentlich. Aber so ersatzgeschwächt wie am letzten Samstag traten wir noch nie auf.
Klar, wenn jemand auf dem Spielfeld fehlt, spielt eben jemand anderes. Das ist ja das, was unsere große Stärke ist. Verdammt viele Mädchen sind in etwa gleichstark (darauf komme ich nachher noch einmal zurück), aber wenn der Trainer fehlt, dann ist dieser nicht so einfach zu ersetzen. Es sei denn, dass er so nachhaltig arbeitet, dass all das, was er jede Woche an Zeit und Kraft und Mühe und Geduld aufbringt, auch greift, wenn er mal nicht vor Ort sein kann.
Klar, so ganz ohne Trainer schlugen wir dann doch nicht in Neukölln auf. Barbara coachte uns. Sie war auch schon einige Male beim Training dabei und kannte uns bereits. Aber trotzdem fühlte sich das alles etwas anders an. Während Bernd Seliger uns eher an der kurzen Leine hielt, ging Barbara eher nach dem Motto Macht ihr mal vor. Und diese Freiheit tat eigentlich allen im Team gut. Was nicht heißt, dass die kurze Leine falsch ist. Wenn das so wäre, stünden wir heute nicht da, wo wir stehen. Viel mehr tat uns die Ausnahme von der Regel mal ganz gut. Aber wenn die Ausnahme zur Regel wird, dann bekämen wir bestimmt auch irgendwann Probleme.
Aber jetzt mal zu den einzelnen Spielen, die wir an diesem Tag in den Spielrunden absolvierten.

Die Spielrunde der 1. E-Jugend in der A-Staffel

Wir gegen den OSF (2x 3 gegen 3)

Das war toll, was wir zeigten. Wir standen diesmal sogar in der Abwehr richtig kompakt, uns gelang die Manndeckung recht gut und auch im Angriff konnte man nicht meckern. Mit viel Disziplin und Konzentration gewannen wir mit 12:2. Nur in der zweiten Halbzeit passierten uns in der Deckungsarbeit ein paar Fehler. An denen müssen wir noch arbeiten.

Wir gegen den BTSC ( 2x 3 gegen 3)

Eigentlich kann man hier das Gleiche schreiben, wie über das vorige Spiel. Wobei, jetzt komme ich mal darauf zurück, worüber ich vorhin schon einmal schrieb, die Mannschaft, die in der Breite stärker ist, gewann. Und das deutlich.
Ich glaube, unser Trainer würde sich selbst einige Fragen stellen, wenn man so wie der BTSC untergegangen wäre, nur weil ein paar Mädchen fehlten, die vielleicht schon etwas besser spielen können. Jedes Mädchen muss doch ersetzbar sein.
Uns war das egal. Wir spielten die regelrecht schwindelig. Vor allem in der 1. Halbzeit. War schließlich nicht unser Problem, wenn bei denen jemand fehlte. Wenn bei uns ein Mädchen mal nicht spielen kann, spielt halt ein anderes. Weil es ähnlich gut ist.
Was nicht so toll war, in der 2. Halbzeit schwammen wir wieder etwas in der Abwehr, wodurch die Gegnerinnen überhaupt erst zu Toren kamen. Aber auch das glichen wir aus. In dem Fall durch einen starken Angriff.
Und so stand es am Ende 11:4 für uns. Nicht einmal die unzähligen 7-Meter-Geschenke an die Gegnerinnen machten das Ergebnis weniger deutlich.

Wir gegen die TuS Neukölln

Was war das denn bitte? Okay, wir gewannen mit 15:3. Aber so deutlich, wie das Ergebnis klingt, war das Spiel nicht.
Wir taten uns zu Beginn wirklich schwer. Keine Ahnung, woran das lag. Unterschätzt haben wir die Mädchen aus Neukölln nicht. So viel kann ich sagen. Aber die warfen wirklich alles rein, was sie hatten. Ohne unfair zu spielen. Neukölln führte sogar zu Beginn mit 0:1.
Eigentlich kann man das Spiel aber auch ganz anders beschreiben. Der Zahn, den wir den Mädels aus Neukölln ziehen mussten, stellte sich als ziemlich widerspenstig heraus. Aber wir haben es geschafft.

Wir gegen NARVA

Am Ende der Spielrunde spielten wir unseren Stiefel einfach herunter und jedes Mädchen war daran beteiligt. Dadurch waren wir sogar noch überlegener, als das Endergebnis von 12:5 aussagt.
Aber scharf wie Chili waren wir. Ich konnte mir das gar nicht erklären, aber sobald ein Mädchen von NARVA den Ball hatte, ging sofort jemand von uns rauf. Lustig dabei war, dass ein paar Mädchen von uns sofort auf ein Mädchen von NARVA raufgingen, als die lediglich den Ball für den Anwurf zum Mittelkreis brachte.

Als Fazit kann man sagen, es war eine sehr erfolgreiche Spielrunde für unsere 1. E-Jugend.

Und die 3. E- Jugend folgte danach.

Die Ergebnisse waren ähnlich. Und doch lief vieles ganz anders, als in der Spielrunde der 1. E-Jugend. Manche Mädchen bei uns trainierten erst seit gut zwei Wochen mit und die Gegnerinnen waren natürlich nicht ganz so stark wie in der Spielrunde davor. Aber das war gar nicht so wichtig. Die Mädchen, die schon länger dabei sind, gaben den Takt vor und die neuen Mädchen tanzten einfach mit. Klar, in dieser Konstellation spielten wir noch nie zusammen und so kam es zu manchem Passfehler, aber es wächst zusammen, was zusammengehört. Es braucht nur noch etwas Zeit.

Wir gegen den VFV Spandau (2x 3 gegen 3)

Gegen einen schwachen Gegner hatten wir genug Zeit, ins Turnier zu finden. 4:0! Alles gesagt!

Wir gegen den TSC (2x 3 gegen 3)

Wir führten bereits mit 3:0, als wir unser erstes Gegentor in dieser Spielrunde kassierten. Naja, dann stand es irgendwann sogar nur noch 4:3 für uns und mancher dachte bestimmt, dass wir dieses Spiel noch aus der Hand gaben. Aber denkste. Wir gewannen mit 6:4.

Wir gegen den OSF

Lieber OSF, bitte verratet uns doch einmal, wo es euren Kampfgeist zu kaufen gibt. Wir sagen es auch nicht weiter. Das war schon irre, wir ihr uns niedergerungen habt.
Wir führten mit 1:0 – Ausgleich
Dann mit 2:1 – Ausgleich
Wir führten, ach, man weiß bestimmt, was kommt.
Dann schafften wir es tatsächlich einmal, mit zwei Toren vorne zu liegen, ach, was sag ich, sogar mit drei Toren lagen wir in Führung und hätten dieses Spiel gewonnen. Wenn der Gegner nicht OSF geheißen hätte. Somit stand es irgendwann statt 6:3 wieder 6:6 und so mancher zog den Hut vor unseren Gegnerinnen. Denen gelang dann sogar noch das 6:7. Oh man. Diesmal der Ausgleich von uns, doch der OSF siegte am Ende mit 7:8. Dabei waren sie nicht unbedingt besser, aber sie kämpften, als ginge es um Leben und Tod. Und wir lernten eine ganze Menge bei diesem Spiel.

Wir (noch einmal) gegen den VFV Spandau

Nur diesmal nicht im 3 gegen 3, sondern im 6 gegen 6.
Was aber erstmal keinen Unterschied machte. Wir führten mit 4:0. Nur die Schlusssirene blieb aus. Anders als beim Auftaktspiel war die Spielzeit noch nicht abgelaufen. Und so stand es dann 4:1, 4:2 und manche dachte bestimmt an das Spiel gegen den OSF zurück. Was wohl gut war, denn wir lernten ja dazu. Erst beim Stand von 7:2 ließen wir den nächsten Gegentreffer zu. Am Ende stand es 10:4, womit wir auch diesmal als Siegerinnen das Parkett verließen.

Insgesamt waren es tolle Spielrunden mit einer tollen Atmosphäre und alle Mädchen hatten großen Spaß. Auch Danke an Barbara, die wir mit unserem Können beeindrucken konnten. Es war schön, die Erfahrung gesammelt zu haben, den Freiraum, den man bekam, zu nutzen. Dabei lernten wir, uns als Mannschaft intern noch besser abzusprechen.

Die nächste Spielrunde für die E-Mädchen findet dann am 01. März in der neuen Roßstraße statt.